Architekten und Ingenieure,
zusammen sind wir viele.

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fairtrag e.V.

Initiative für faire Vertragsregelungen im Architektenvertrag
der öffentlichen Hand

In ihren Musterverträgen verlangt die öffentliche Hand von uns Architekten standardmäßig inakzeptable Kostenzusagen. Inakzeptabel sind die Regelungen vor allem aus zwei Gründen: Sie verlagern alle künftigen Kostenrisiken auf den Architekten, und die Beträge werden nicht ehrlich ermittelt, bilden diese Risiken also nie ab.

Dagegen können wir uns als Auftragnehmer so gut wie nie wehren. Die Vertreter der öffentlichen Hand, die uns gegenüber sitzen, dürfen darüber nicht verhandeln. Sie müssen die Verwaltungsanweisungen beachten. Weil vielen Kollegen auch gar nicht klar ist, wie weitreichend diese Regelungen sind, ist der aufmerksame Architekt allein dadurch im Nachteil. Und wer die Regelungen der Standardverträge im VOF-Verfahren nach einem Wettbewerb beanstandet, wird ausgeschlossen.

Es wird höchste Zeit, dass sich die Architekten organisieren und dagegen wehren. Wir haben die Möglichkeiten dafür rechtlich prüfen lassen. Ein Memorandum, das die Ergebnisse festhält, hängt hier an. Wenn wir uns zusammentun mit dem Ziel, unsere existenziellen beruflichen Interessen im Hinblick auf die Standardverträge der öffentlichen Hand zu verfolgen, können wir solche Klauseln mit Aussicht auf Erfolg angreifen. Es geht um die Existenz: Wir werden unseren Beruf nicht mehr in der gewohnten Weise ausüben können, wenn sämtliche mit dem Bauen verbundenen Risiken auf den Architekten verlagert werden. Unser Berufsbild würde sich radikal verändern. Wir müssen dem entgegen treten.

Wir, die unterzeichnenden Büros, haben daher einen Verein gegründet, fairtrag e.V. Die Satzung des Vereins fügen wir bei. Jetzt suchen wir Mitstreiter. In den nächsten Monaten – bis Ende Mai 2015 – wollen wir möglichst viele unserer Kollegen als Vereinsmitglieder gewinnen. Daher auch der Aufruf an Sie: Bitte schließen auch Sie sich dem Verein an und unterstützen Sie die Initiative. Ein Beitrittsformular finden Sie hier. Zur Unterstützung brauchen Sie zunächst nicht mehr zu leisten als einen einmaligen Aufnahmebeitrag von 100,00 €.

Wenn wir Ende April möglichst zahlreich beisammen sind, werden wir eine Mitgliederversammlung abhalten, auf der entschieden werden soll, ob der Verein die vorgeschlagene Klage führt – und gegen wen, nur gegen die Bundesrepublik oder auch gegen (einzelne) Länder. Die Vor- und Nachteile sind in dem Memorandum kurz skizziert; abzuwägen ist das mit den Kosten. Zur Vorbereitung werden wir an alle bis dahin beigetretenen Mitglieder eine Budgetkalkulation senden. Auf dieser Grundlage können dann alle Mitglieder entscheiden, wieviel sie beitragen wollen, und erst dann wird der Start-Knopf gedrückt. Und vielleicht entscheiden alle Mitglieder sich auch dazu, noch weitere Regelungen anzugehen, die uns existenziell gefährden können, zum Beispiel im Bereich der Bauzeitverlängerung, der geänderten Anforderungen, etc.

Lassen Sie uns gemeinsam antreten für einen fairen Architektenvertrag mit der öffentlichen Hand; die öffentliche Hand ist nicht nur der größte Bauherr, sondern Vorbild für viele andere Bauherren in der Bundesrepublik. Die Durchsetzung fairer Vertragsbedingungen ist eminent wichtig!

Berlin, am 20.02.2015